© Sascha Schneider

Nachhaltigkeit im Handwerk

Das Thema Nachhaltigkeit begegnet Ihnen überall und wird angesichts der neuen politischen, wirtschaftlichen, finanziellen und gesellschaftlichen Herausforderungen so stark öffentlich diskutiert wie nie zuvor. Gleichzeit ist Nachhaltigkeit für das Handwerk kein neues Thema oder eine neue Ausrichtung, sondern zeichnet Sie als Handwerksbetrieb traditionell aus und wird täglich von Ihnen gelebt und im Rahmen Ihres Gewerks praktiziert. 

Nachhaltiges Wirtschaften geht weit über Umweltschutz, Klimaschutz und Klimaneutralität hinaus. Es müssen alle drei Säulen der Nachhaltigkeit, die ökologische, die ökonomische und die soziale Dimension, zusammen betrachtet werden. Nur dann kann nachhaltige Entwicklung und wirtschaftliches Wachstum gelingen.

Handlungsansätze und Tools

Folgende Handlungsansätze und Tools unterstützen Sie dabei, sich dem Thema Nachhaltigkeit sehr systematisch und trotzdem individuell zu widmen und Ihren Handwerksbetrieb wettbewerbsfähig und zukunftssicher auszurichten.

Das Kennzeichnungsverfahren (LHN)

In drei Schritten zum nachhaltigen Betrieb: Durch eine Initiative der niedersächsischen Handwerkskammern haben Sie Möglichkeit, sich als nachhaltiges Unternehmen kennzeichnen zu lassen. Welche drei Schritte sind das?

Schritt 1: Lassen Sie uns eine ausgefüllte Absichtserklärung zukommen. Die Absichtserklärung ist hier zu finden.

Schritt 2: Unser Ansprechpartner für das Kennzeichnungsverfahren Kay Lutz Pakula nimmt Kontakt mit Ihnen auf, um Sie bzgl. der Kennzeichnung und dem weiteren Verfahren zu beraten.

Schritt 3: Sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind, entscheidet eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der niedersächsischen Handwerkskammern über Ihre abgegebene Bewerbung.

Das durch das Kennzeichnungsverfahren erworbene Siegel und die Urkunde können für die betriebliche Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden. Ebenfalls bietet das Durchlaufen eines Kennzeichnungsverfahrens den Vorteil, dass sich beispielsweise bei der Bearbeitung von Förderanträgen daran orientiert wird, wie engagiert nachhaltig ein Betrieb handelt. Dieses Kriterium geht oft in die Bewertung für Kredite und Vergabe von Fördermittel ein.

Der Nachhaltigkeitsleitfaden (ZDH)

Entwicklungspotenziale im eigenen Betrieb erkennen: Der Nachhaltigkeits-Leitfaden unterstützt bei der nachhaltigkeitsorientierten Betriebsführung. Der Leitfaden führt sie durch die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit und verdeutlicht Ihnen deren Zusammenhänge und Chancen.

Was sind die ersten Schritte? Wo liegen die Zusammenhänge verantwortungsbewussten Wirtschaftens? Wie sehen praktische Beispiele für nachhaltiges Handeln aus? Auf diese und noch viel mehr Fragen finden sich passende Antworten.

Der Nachhaltigkeitsnavigator (ZWH/BMBF)

Tipps zum nachhaltigen Wirtschaften und Unterstützung bei der Entwicklung zur eigenen Nachhaltigkeitsstrategie: Diese können Sie mit Hilfe des Nachhaltigkeitsnavigators erhalten. Zudem bietet Ihnen dieses kostenlose Online Tool die Möglichkeit, einen Nachhaltigkeitsbericht nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) erstellen zu lassen. Dieser Bericht kann genutzt werden, um Kunden und Geschäftspartner über die eigenen nachhaltigen Aktivitäten zu informieren. 

Der Navigator hilft außerdem dabei, Stärken und Entwicklungspotenziale nachhaltiger und zukunftsorientierter Betriebsführung zu erkennen. 

Verständliche Anleitung des Navigators:

Das Nachhaltigkeitsaudit (NBank) 

Nachhaltigeres Wirtschaften mithilfe eines Audits:  Auf Grundlage von beschlossenen Nachhaltigkeitszielen der United Nations (UN) und unternehmensbezogenen Managementfaktoren bieten Experten der NBank in Hannover eine unabhängige Prüfung in Form eines Audits an. 

Diese Prüfung gibt an, welches Leistungsniveau innerhalb der unternehmerischen Nachhaltigkeit erreicht wird. Geprüft werden hierbei die Gebiete ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit, sowie das Nachhaltigkeitsmanagement.

Das Audit-Team analysiert und bewertet 15 nachhaltigkeitsrelevante Themen und Sachverhalte im Kontext wirtschafts-und gesellschaftspolitischer Herausforderungen. In dem darauffolgenden Bericht werden Stärken, Schwächen und Handlungsempfehlungen präsentiert. 

Was wird benötigt? 

Wichtig ist es, genug Zeit und Ressourcen einzuplanen. Zudem erwarten die Prüfenden offene Auskünfte und eine Führung durch das jeweilige Unternehmen

Das E-Tool Webportal der Mittelstandsinitiative Energiewende & Klimaschutz 

Das digitale Energiebuch: Mit bereits 62 Partnern im Bundesgebiet und mehr als 25.000 Kontakten bietet sich dieses Tool als ein nützliches Werkzeug an. Mit dem Energie-Tool (kurz: E-Tool) der Mittelstandsinitiative Energiewende & Klimaschutz lassen sich durch konfigurierte Daten aus Ihrem Unternehmen Energiekosten berechnen.

Eingegebene Daten lassen sich jederzeit ändern. Die Verwendung vom E-Tool spart Zeit bei der Auswertung und ist verständlich aufgebaut. Außerdem zeigt dieses Tool auch auf, in welchen Bereichen im Unternehmen Energie effizienter genutzt werden kann. Zusätzlich werden ausgewertete Daten über Grafiken anschaulich und hilfreich präsentiert.