Die schwierige Situation am Ausbildungsmarkt bekommt auch das Elektrohandwerk zu spüren.
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Deutliches Minus bei neuen Lehrverträgen

erstellt am 1. Juni 2022

Oldenburg. Die Situation am Ausbildungsmarkt bleibt auch nach mehr als zwei Jahren mit Corona-Einschränkungen herausfordernd. Für das nach den Sommerferien beginnende Ausbildungsjahr haben sich bis Ende Mai 937 Schulabgängerinnen und Schulabgänger im Oldenburger Land für einen Handwerksberuf entschieden. Im Vergleich zum vergangenen Jahr registriert die Handwerkskammer Oldenburg damit ein deutliches Minus von 187 Lehrverträgen (16,6 Prozent). „Es gilt mehr denn je, die Berufsausbildung mit vereinten Kräften zu fördern“, kommentiert der Geschäftsbereichsleiter Berufsbildung, Kai Vensler, das Zwischenergebnis.

Die Gefahr einer Abwärtsspirale bei den Neuverträgen ist nicht gebannt. Unwägbarkeiten wie Materialengpässe und steigende Energiepreise spielen zusätzlich eine Rolle. Laut Vensler besteht die Gefahr, dass sich der Ausbildungsmarkt wie schon nach der Finanzkrise nicht mehr gänzlich erholt. „Dies hätte schwerwiegende negative Konsequenzen für die Lebenschancen einer großen Zahl junger Menschen und für die Sicherung des Fachkräftebedarfs in den Unternehmen. In der Folge würde die Gesellschaft noch deutlicher spüren, welche Versorgungsleistung das Handwerk übernimmt“, skizziert Kai Vensler die Tragweite der Entwicklung.

Die Pandemie macht es einigen Betrieben schwer, ihre Ausbildung auf hohem Niveau zu halten. Zudem haben fehlende Ausbildungsmessen und eingeschränkte Berufsorientierung zu einer erheblichen Verunsicherung bei den potenziellen Auszubildenden geführt. „Junge Menschen brauchen eine Zukunft. Bei den Berufen des Handwerks kommt es auf das Sehen und Fühlen an. Dadurch werden die potenziellen Auszubildenden begeistert“, so Vensler. Die Mehrzahl der Ausbildungsbetriebe bietet Plätze an und würde diese im Sommer auch kurzfristig vergeben.

Was die neuen Ausbildungsverhältnisse im Oldenburger Land angeht, zeigt sich bei den beiden größten Gewerbegruppen ein unterschiedliches Bild. Während der Rückgang im Bau- und Ausbaugewerbe nur 0,6 Prozent beträgt, ist dieser im Elektro- und Metallgewerbe mit minus 18,2 Prozent wesentlich ausgeprägter. Bei den Gesundheits- und Körperpflegeberufen beträgt das Minus 10,1 Prozent; bei den kaufmännischen Berufen 25,8 Prozent.

Dipl.-Berufspädagoge Kai Vensler
Geschäftsbereichsleiter Berufsbildung

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