Maske statt Mitglieder und Ehrengäste: Der Saal der Handwerkskammer Oldenburg blieb zur Vollversammlung leer.
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Historisch: Vollversammlung findet nicht in Präsenz statt

Handwerkskammer: Bericht wird Mitgliedern zugestellt

erstellt am 17. Dezember 2020

Oldenburg. „Erstens kommt es anders - und zweitens als man denkt…“ Mit diesem Zitat von Wilhelm Busch beginnt der Bericht von Präsident Eckhard Stein und Hauptgeschäftsführer Heiko Henke zur 195. Vollversammlung der Handwerkskammer Oldenburg. Es ist das erste Mal, dass das Gremium, bestehend aus 26 Arbeitgebern und 13 Arbeitnehmern, sich nicht persönlich trifft. Die Handwerkskammer wurde im Jahr 1900 gegründet.

Die Ereignisse der vergangenen sechs Monate kommen wegen der Corona-Pandemie schriftlich daher; Beschlüsse wurden im Umlaufverfahren gefasst: Die Zahl der Mitgliedsbetriebe hat die Marke von 13.000 erreicht. Der Schwerpunkt der insbesondere telefonischen Beratungsanfragen hat sich hierbei von dem die Jahre 2018/2019 prägenden Thema „Datenschutzgrundverordnung“ zur Beratung rund um das Thema „Corona“ verschoben.

Großer Beratungsbedarf bestand insbesondere für Friseure und Kosmetiker. Aber auch zahlreiche Mitgliedsbetriebe aus anderen Gewerken baten um Rechtsauskünfte zu Fragen des Kurzarbeitergeldes, der Corona-Verordnungen, zu Quarantäne-Bestimmungen oder Finanzhilfen.

In der Ausbildungsberatung hat sich die Zahl der Anrufe im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Präsident Stein dankte allen an der Ausbildung und den Prüfungen beteiligten Personen für den Einsatz in diesem Jahr. „Mit Ihrer Arbeit ist es gelungen, ein sofortiges Durchschlagen der Krise auf die handwerkliche Berufsbildung abzuwenden. Jetzt muss der Blick schon schnell nach vorne gehen. Das nächste Ausbildungsjahr steht schon vor der Tür“, appelliert er daran, in der Ausbildungsleistung nicht nachzulassen.

Sowohl die Abschluss- und Gesellenprüfungen sowie die Fortbildungs- und Meisterprüfungen liegen zahlenmäßig auf den Niveaus von 2019 oder 2018. Die Meisterfeier 2021 wurde vorsorglich in den Juli verschoben.

Die betriebswirtschaftlichen Berater haben gemeinsam mit der NBank, Steuerberatern und Hausbanken zahlreiche Fragen rund um die Antragstellung von Überbrückungshilfe, Liquiditätshilfe, KFW-Schnellkrediten oder Neustart Niedersachsen-Geldern geklärt. Die Beratungsstelle für Innovation und Technologie ist weiterhin bei den Schwerpunkten Prozessoptimierung und Digitalisierung stark nachgefragt.

Im Berufsbildungszentrum der Kammer wurden nach der zeitweiligen Schließung wieder viele Kurse angeboten. So konnten die Vorjahreszahlen im Bereich der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung und in den Meistervorbereitungskursen fast wieder erreicht werden.