Automatische Türsysteme bis zu 4,20 Meter Höhe liefert die Firma von Reinhard Nau (4. v. l.) für Jachten und Kreuzfahrtschiffe.
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Bei der Förster und Spille Maschinenbau GmbH werden Produkte für Kunden unter anderem in England, Norwegen und den USA gefertigt.
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Nicholas Claaßen griff zur Freude der Exporttour-Gruppe in die Tasten. Piano Rosenkranz arbeitet viel mit polnischen Werkstätten zusammen.
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Regionales Handwerk begeistert weltweit

Exporttour Niedersachsen zeigt international tätige Betriebe

erstellt am 19. Januar 2018

Oldenburg/Wildeshausen/Ganderkesee. Immer mehr Handwerksbetriebe bedienen Kunden auf der ganzen Welt, denn handwerkliche Qualität „Made in Germany“ ist im Ausland hoch angesehen. Diese Tatsache haben die Handwerkskammer Oldenburg und die Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN) an diesem Donnerstag greifbar gemacht. Bei der „Exporttour“ informierten sich rund 20 Personen aus dem Wirtschaftsministerium, dem Landtag, aus Rathäusern und den Wirtschaftsförderungen vor Ort in drei Firmen.

„Es gibt nichts Besseres, als diese Betriebe vor Ort zu besuchen, wenn man die Herausforderungen im Auslandsgeschäft richtig einschätzen will“, sagte Kammerpräsident Manfred Kurmann. Er betonte, dass die Handwerkskammer die Mitgliedsbetriebe auch bei Fragen zu Auslandsaktivitäten unterstützt. „Anfragen kommen zum Beispiel zu Beschaffungsmöglichkeiten, den jeweiligen Vorschriften für die Tätigkeit von eigenen Mitarbeitern im Ausland oder auch zu notwendigen Exportpapieren“, so Kurmann. Hier stelle Joachim Hagedorn, der Außenwirtschaftsberater der Kammer, kurzfristig die benötigten Informationen bereit oder Kontakte zu Serviceorganisationen im Ausland her.

Dr. Hildegard Sander, Hauptgeschäftsführerin der LHN, lobte das Projekt „Handwerk ohne Grenzen“. Es bietet Betrieben, die in der Außenwirtschaft aktiv sind, Unterstützung an. In Niedersachsen sind dies 5.000 Unternehmen. „Das Potenzial ist weiter ausbaufähig“, so Sander.

Startpunkt der „Exporttour“ war die Nau Steuerungstechnik GmbH in Ganderkesee. Geschäftsführer Reinhard Nau hat innerhalb von 20 Jahren eine Soloselbstständigkeit zu einem 30-köpfigen Unternehmen geformt, das auf Sonderkonstruktionen und Komplettlösungen in den Bereichen Pneumatik, Hydraulik und Elektrotechnik spezialisiert ist. „Wir statten Jachten und Kreuzfahrtschiffe mit wetterdichten Automatikschiebetüren aus“, erklärte Nau. „Jeder Auftrag wird komplett vor Ort angefertigt und fertiggestellt. Im vergangenen Jahr hatten wir einen Exportanteil von 89 Prozent.“

Als zweiten Betrieb präsentierte Dieter Möllmann die Förster und Spille Maschinenbau GmbH, die er im vergangenen Jahr als Geschäftsführer übernommen hat. Mit seinen 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat das Unternehmen mittlerweile den Ruf als Spezialist im Maschinen- und Gerätebau für komplette Anlagen sowie Einzelanfertigungen und Kleinserien erworben. Zum Leistungsspektrum zählen Zuschnitt, Schweißerei, Oberflächentechnik, CNC-Zerspanung und Montage. „Unsere Produkte sind im Ausland gefragt; aktuell liefern wir gerade eine Anlage nach England. Außerdem haben wir beispielsweise Kunden in den USA und in Norwegen“, so Möllmann.

Mit musikalischer Note klang die „Exporttour“ aus. Bei der Piano Rosenkranz GmbH werden unter anderem historische Klaviere und Flügel importiert und in der Werkstatt für den Verkauf aufgearbeitet. „Unsere Leistungen werden von gelernten Klavierbauern und Klavierbaumeistern erbracht. Seit über 20 Jahren besteht zudem eine Kooperation mit zwei polnischen Unternehmen“, berichtete Geschäftsführer Nicholas Claaßen der interessierten Gruppe, die sowohl von der Klavierwerkstatt als auch von der gesamten „Exporttour“ nachhaltig beeindruckt war.