© Handwerkskammer

Informierten über Elektromobilität im Handwerk (von links): Handwerkskammerpräsident Manfred Kurmann, HWK-Innovationsberater Kay Lutz Pakula, die Referenten Dr. Frank Peter Ahlers, Leiter des Umweltzentrums der Handwerkskammer Hannover und Gunnar Barghorn, Geschäftsführer der Barghorn GmbH & Co. KG in Brake.

Strom als Kraftstoff der Zukunft

HWK informiert über Potenziale von E-Fahrzeugen für Handwerker

erstellt am 10. Mai 2017

Oldenburg. Auf großes Interesse stieß die Veranstaltung „E-Nutzfahrzeuge im Handwerk – Vision, Zukunft oder rentable Gegenwart“ der Handwerkskammer Oldenburg am Dienstag im Berufsbildungszentrum in Tweelbäke. Schon vor Beginn konnten die Besucher einen Blick auf die ausgestellten E-Fahrzeuge werfen und sich auf das Thema einstimmen. Darunter waren Modelle von Elano, Nissan, Renault, BMW und Tesla.

Nach der Begrüßung durch Kammerpräsident Manfred Kurmann, stellte Dr. Frank Peter Ahlers, Leiter des Umweltzentrums der Handwerkskammer Hannover, die aktuelle „Fahrsituation“ der Handwerker dar: „Im Kammergebiet Oldenburg nutzen rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe Personenkraftwagen, etwa 34 Prozent fahren mit Nutzfahrzeugen über 2,8 Tonnen. Mit Stand 2014 sind davon 78,4 Prozent Dieselfahrzeuge.“ Der Dieselkraftstoff sei laut Ahlers jedoch mittlerweile nicht mehr nur positiv besetzt. „Vor allem die drohenden Fahrverbote für die Innenstädte sorgen für große Unsicherheit und dafür, dass sich Fahrzeughalter nach Alternativen umschauen.“

Gunnar Barghorn, Geschäftsführer der Barghorn GmbH & Co. KG in Brake, sieht eine mögliche Alternative in der Elektromobilität. Für seine eigene Fahrzeugflotte hat er eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt, um abzuwägen, wann sich die Anschaffung eines E-Fahrzeugs rechnen würde. „Es kommt immer auf den Anwendungsfall an. Bei uns liegen die Tagesfahrten zu 96 Prozent unter 200 km und zu 45 Prozent haben wir Standzeiten der Fahrzeuge von über fünf Stunden. Das passt sehr gut zu den aktuellen Reichweiten und Ladezeiten der E-Fahrzeuge.“ Generell bedauere er jedoch, dass es momentan noch wenig Angebote im Nutzfahrzeugbereich gebe. „Gerade die Zuladung ist häufig ein Problem. Als Metallbaubetrieb komme ich mit 750 kg Zuladung nicht aus.“ 

In seinem fundierten und unterhaltsamen Vortrag räumte Barghorn zunächst mit vielen Vorurteilen zu Elektro-Fahrzeugen auf und informierte detailliert über die Ladeinfrastruktur und die vorhandenen Nutzfahrzeugmodelle. Außerdem sprach er auch den Imagegewinn für den Betrieb an. „Heute wird es von allen Seiten sehr positiv aufgenommen, wenn man mit einem E-Fahrzeug beim Kunden vorfährt. 

Damit tun Sie nicht nur etwas für Ihr ökologisches Image, es dient auch der Kundenbindung. Wenn Sie dann noch eine E-Ladesäule für Ihre Mitarbeiter und Ihre Kunden im Betrieb installieren, hat das weitere positive Effekte.“

Als überzeugter „E-Mobilist“, wie Barghorn sich selber nennt, rief er die Handwerker im Raum auf, die neue Antriebskraft einfach mal bei einem Händler auszuprobieren. „E-Mobilität muss man im wahrsten Sinne des Wortes erfahren.“  

Organisiert wurde die Veranstaltung von Kay Lutz Pakula, Berater für Innovation und Technologie, von der Handwerkskammer Oldenburg. Er ist Ansprechpartner für neue technologische Entwicklungen und deren Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten.

Ansprechpartner bei der Handwerkskammer:

Dipl. Wirtsch.-Ing. Kay Lutz Pakula
Beauftragter für Innovation und Technologie

Telefon 0441 232-214
pakula@hwk-oldenburg.de