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Sehr zufrieden mit dem IHAFA-Projekt (v.l.): HWK-Präsident Manfred Kurmann, HWK-Integrationsberater Hussein Kerri, City-Salon-Leiter Paul Himmel und HWK-Hauptgeschäftsführer Heiko Henke.

Integration: Betriebe und Handwerkskammer packen an

Landesweites IHAFA-Projekt vermittelt Geflüchtete

Oldenburg. Stolz auf das Erreichte und mit Geduld an die weiteren Aufgaben: So fasst die Handwerkskammer (HWK) Oldenburg die bisherige Arbeit des Integrationsprojektes handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber zusammen. Vor einem Jahr hatte die Kammer ihre Beteiligung an dem vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium geförderten Projekt vorgestellt. Beteiligt sind auch die Landkreise, die Agentur für Arbeit und das Jobcenter.

Kammerpräsident Manfred Kurmann zog am Freitag eine positive Bilanz. Im Oldenburger Land sind 77 Geflüchtete gemeldet, die eine reguläre Ausbildungsstelle im Handwerk begonnen haben – allein 25 aus dem IHAFA-Projekt. Hinzu kommen aus dem Projekt 20 Einstiegsqualifizierungen und 202 Praktika – bei 411 Personen. Präsident Kurmann berichtete zudem, dass in dem Projekt über 1300 Beratungen und 86 Kompetenzfeststellungsverfahren stattgefunden haben. 36 Personen konnten direkt in Arbeit vermittelt werden. „Viele Geflüchtete brauchen noch Sprachkurse. Wir konnten fast allen weiterhelfen“, sagte Kurmann und betonte die sehr gute Vernetzung mit anderen Trägern und Projekten. Das ehrenamtliche Engagement sei enorm, so der Präsident.

HWK-Hauptgeschäftsführer Heiko Henke stellte den Einsatz der Handwerksunternehmen heraus. „Zum Start hatten sich 250 Betriebe bereit erklärt, geflüchteten Menschen einen Praktikumsplatz und bei fachlicher Eignung und sprachlicher Qualifikation einen Ausbildungsplatz anzubieten. Auch jetzt nach einem Jahr ist das Interesse hoch.“

Aus dem Blickwinkel der Unternehmen berichtete Friseurmeister Paul Himmel. Der Leiter des City Salons in Oldenburg denkt international. „Ob Personal oder Kunden - hier ist jeder willkommen.“ Zurzeit macht der Syrer Mohammed Juma eine Einstiegsqualifizierung bei ihm. „Er hat Talent für den Beruf, lernt sehr schnell, zeigt viel Eigeninitiative und hilft uns bei der täglichen Arbeit." Im Vergleich mit Auszubildenden mit deutscher Muttersprache sei der Betreuungsaufwand höher, so Paul Himmel.  „Es gibt aber auch ausbildungsbegleitende Hilfen und der Kontakt zum IHAFA-Projekt bleibt ebenfalls erhalten“, sagte er.

Bei der Handwerkskammer betreuen Rüdiger Manke und Hussein Kerri sowie in leitender Funktion Wolfgang Jöhnk das Projekt. Hussein Kerri hat Mohammed Juma, der 2015 über die Türkei und Griechenland nach Deutschland geflüchtet war, von Anfang an in Oldenburg begleitet. Er freut sich, dass Juma und der Betrieb einen Ausbildungsvertrag zum 1. August 2017 geschlossen haben.

„Ich weiß aber auch, dass wir trotz vieler positiver Beispiele insgesamt noch viel Geduld haben müssen. Die Vorstellung, dass viele Geflüchtete dem Arbeitsmarkt schnell zur Verfügung stehen, ist an manchen Stellen zu optimistisch“, so Kerri. Dafür gebe es zu wichtige Faktoren für die Sprache, die Zeit erfordern. Betriebe und Handwerkskammer wollen in jedem Fall weiter kräftig anpacken. Politische Unterstützung gibt es auch weiterhin: Das Integrationsprojekt wurde bis zum 31. Januar 2019 verlängert.

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