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Präsentierten gute Zahlen (sitzend v. l.): HWK-Präsident Manfred Kurmann und Betriebsinhaber Günter Südbeck sowie (stehend v. l.) HWK-Betriebsberater Klaus Hurling und HWK-Hauptgeschäftsführer Heiko Henke.

Handwerkskonjunktur auf sehr hohem Niveau

Bau und Ausbau zufrieden / „Alte Stärke“ bei Zulieferern

Oldenburg. Seit Jahren brummt die Konjunktur im oldenburgischen Handwerk. „Und aktuell ist es sogar noch besser geworden“, sagte Kammerpräsident Manfred Kurmann bei der Präsentation der jüngsten Umfrageergebnisse der Handwerkskammer Oldenburg. Demnach ist im Frühjahr der Geschäftsklimaindex um drei auf 120 Punkte gestiegen. „Bemerkenswert ist die außerordentlich positive Bewertung der Bau- und Ausbaubetriebe. Da wurden uns für eine Frühjahrsumfrage hohe Werte zurückgespiegelt“, so der Präsident.

Als „besonders erfreulich“ stufte Manfred Kurmann die deutliche Verbesserung des Geschäftsklimas bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf ein. Die so genannten Zulieferer hätten „zu alter Stärke zurückgefunden“. Die Zufriedenheit mit Aufträgen und Umsätzen sei in dieser Branche am höchsten. Eine gedämpfte Lagebeurteilung lieferte das Kfz-Handwerk. „Aufgrund der Dieselproblematik sinkt die Nachfrage. Wer solche Autos im Bestand hat, macht zurzeit schlechtere Geschäfte“, interpretierte der Präsident das Ergebnis.

Drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge sind auch ein Thema für die Branche von Günter Südbeck. Der Geschäftsführer der Ludwig Südbeck Nutzfahrzeuge GmbH aus Bakum berichtete aus betrieblicher Sicht, dass auch schon Elektro-Lkw auf Probe sowie Hybrid-Fahrzeuge und Lieferwagen in Serie laufen. „Bei diesem Wandel müssen wir mit der Ausbildung Schritt halten“, sieht Günter Südbeck eine zentrale Herausforderung für die Zukunft.

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 84 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Nur über Ausbildung und Qualifizierung erwirtschaften wir gute Ergebnisse“, so Südbeck, der nach eigenen Angaben 220.000 Euro jährlich dafür investiert. Er bezeichnet die konjunkturelle Entwicklung als gut und verzeichnet in seinen Büchern eine Auftragsweite bis in den August hinein. Die gute Auslastung betreffe alle Betriebszweige wie Reparatur, Wartung, Spezialfahrzeugbau und Unfallinstandsetzung.

Kammer-Hauptgeschäftsführer Heiko Henke äußerte sich ebenfalls zur Dieselproblematik: „Luftqualitätsverbesserungen liegen im Interesse der Handwerksunternehmen, ihrer Beschäftigten und ihrer Familien. Wir unterstützen deshalb ausdrücklich alle Bestrebungen, nach ebenso wirksamen wie wirtschaftlich vertretbaren Maßnahmen zur Schadstoffsenkung zu suchen. Wichtig ist dabei, den Betrieben langfristig Planungs- und Rechtssicherheit zu geben.“

Die Konjunkturumfrage der Handwerkskammer ergab im Bereich „Investitionen“, dass 88 Prozent der Betriebe gleiche oder steigende Ausgaben tätigten. Im Vergleich mit dem Vorjahr lag dieser Wert drei Prozentpunkte höher. Den Spitzenwert lieferte das Bauhandwerk mit 95 Prozent. Wie sehr die Kompetenzen des Handwerks gefragt sind, zeigt die Nachfrage der Betriebe nach Personal. Angesichts der guten Lage stieg der Saldo um acht Punkte.

Beim Geschäftsklima beurteilten die konsumorientierten Handwerke (Lebensmittel-, Gesundheits-, Dienstleistungshandwerke) ihre Lage insgesamt zurückhaltender, aber im Ergebnis immer noch positiv. „Sie spüren möglicherweise eine durch ansteigende Teuerungsraten und moderate Lohnabschlüsse sinkende Konsumbereitschaft“, sagte Kammerpräsident Manfred Kurmann.