Die Kurve zeigt weiter nach oben: (v. l.) Heiko Henke (HWK-Hauptgeschäftsführer), Eckhard Stein (HWK-Vizepräsident), Jörg Kruse (Geschäftsführer J. Kruse Metallbau GmbH) und Klaus Hurling (HWK-Betriebsberater) bei der Vorstellung der Konjunkturdaten.
© Handwerkskammer Oldenburg

Das Handwerk erlebt einen goldenen Konjunkturherbst

Umfrage der Kammer: Neuer Höchststand bei Geschäftsklima

erstellt am 3. November 2017

Oldenburg. Die Handwerkskonjunktur im Oldenburger Land erreicht mit der aktuellen Herbstumfrage der Handwerkskammer Oldenburg einen neuen Höchststand. Der Geschäftsklimaindex kann im Vorjahresvergleich nochmals zulegen und erreicht 123 Punkte. Die Hochkonjunktur im Baubereich ist einmal mehr Triebfeder für diese Entwicklung.

Für das Bauhandwerk ergibt sich ein Geschäftsklimaindex von 128, für das Ausbauhandwerk ein Wert von 127 Punkten. Dies spiegelt sich auch in einer hohen Zufriedenheit mit den Aufträgen und Umsätzen wieder, teilte die Kammer am Freitag bei einem Pressegespräch mit. Ebenfalls 127 Punkte erreicht die Gruppe der personenbezogenen Dienstleistungen, in der die Friseure den größten Anteil haben.

„Die gute binnenwirtschaftliche Entwicklung, die wachsende Erwerbstätigkeit und das günstige Zinsumfeld beflügeln die gesamtwirtschaftliche Konjunktur und sorgen für eine rege Nachfrage nach handwerklichen Leistungen“, erklärte Eckhard Stein, Vizepräsident der Handwerkskammer, die Basis für die weiterhin positive Entwicklung. „Solch glänzende Werte haben wir in den vergangenen zehn Jahren noch nicht gehabt. Jetzt gilt es Weichen zu stellen, damit die Versorgung der Handwerkskunden auch in Zukunft sichergestellt wird.“

Vizepräsident Stein betonte, dass das Handwerk die Kundenwünsche gerne zeitnah abarbeitet. „Dazu braucht es ausreichend junge Leute, die bereit sind, handwerklich anzupacken.“ Vor allem mit Blick in Richtung Gymnasien wünscht er sich eine breiter aufgestellte Berufsorientierung für das duale Ausbildungssystem. Kammer-Hauptgeschäftsführer Heiko Henke ergänzte: „Im Handwerk sehen Beschäftigte am Ende des Tages, was sie geschaffen haben. Es lässt sich gutes Geld verdienen. Die Aussicht, sein eigener Chef zu werden, ist in den nächsten Jahren sehr gut.“

Von der starken deutschen Exportwirtschaft profitieren auch die Zulieferer. Die Handwerke für den gewerblichen Bedarf stabilisieren sich und der Index klettert um zehn auf 115 Punkte. Auch im Kfz-Handwerk verbessert sich das Geschäftsklima um zwölf Zähler auf 115 Punkte. Im Nahrungsmittelhandwerk nähert sich der Wert mit 120 Punkten sogar dem hohen Gesamtindex von 123 Punkten an. Die einzige negative Bewertung kommt aus dem Gesundheitshandwerk (97 Punkte). Hier sind die Betriebe in einem durch die Politik stark regulierten Markt tätig.

Aus der Betriebspraxis berichtete Jörg Kruse. Der Geschäftsführer der J. Kruse Metallbau GmbH aus Delmenhorst hat eine Auftragsreichweite bis weit in den Januar 2018 hinein. Teilweise mussten schon Aufträge aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden. „Solche Boomphasen hängen meistens mit größeren Aufträgen zusammen. Die jetzige Phase hält seit vier Monaten an. Dass der deutsche Export gut läuft, spielt auch uns in die Karten“, sagte der Diplom-Ingenieur.

Kruse Metallbau beschäftigt 20 Mitarbeiter und agiert im Sondermaschinenbau für namhafte Kunden. „Wir erstellen oder überarbeiten Fertigungsanlagen in den Bereichen Vorrichtungsbau, Lastaufnahme und Fördertechnik“, erläuterte Kruse. Den kommenden Monaten blickt er wie der Großteil der Handwerksbetriebe positiv entgegen.