Investition in Ausbildung lohnt sich

Mit personeller Verstärkung und dem gezielten Angehen der Gründe für Ausbildungsabbrüche investiert „Meyer Technik“ in Ausbildungsqualität.

„Vor ungefähr zwei Jahren hatten wir eine relativ hohe Fluktuation an Auszubildenden. Da kam dann der Punkt, an dem wir gesagt haben: Das geht so nicht weiter, da müssen wir etwas tun“, erzählt Lukas Bäcker, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe „Meyer Technik“ und zuständig für Personal und Marketing. Zwei neue Stellen wurden bei dem Unternehmen aus Ganderkesee geschaffen: Carolin Wachtendorf als Ausbildungskoordinatorin sorgt für die Organisation der gesamten Ausbildung. Matthias Wilken ist Betrieblicher Ausbilder und fungiert als Schnittstelle zwischen Auszubildenden und ausbildender Fachkraft.

„Diese Art der Aufteilung ist optimal“, bewertet Kai Vensler, Ausbildungsberater der Handwerkskammer, die Entscheidung. „So hat jeder Auszubildende einen konkreten Ansprechpartner. Aufkommende Konflikte bekommt man schon von Anfang an in den Griff.“ Eine Ursache für Konflikte sieht Bäcker vor allem in der Kommunikation zwischen den ausbildenden Fachkräften und den Lehrlingen.

© Handwerkskammer

Übung an der Brettmontage: Erik Hejna und Nils Arkenau (vorne von links nach rechts), werden während ihrer Ausbildung bei Meyer Technik von Matthias Wilken (links), Lukas Bäcker und Carolin Wachtendorf betreut.

Große Sprünge mit "azubiJump"

Deshalb gibt es für Auszubildende das Programm „azubiJump“, in dem sie Soft-Skills für den Arbeitsalltag lernen. Die Gesellen haben unter anderem an dem HWK-Seminar „Qualifizierte Gesellinnen und Gesellen“ teilgenommen. Hier geht es um Konfliktbewältigung, Planung der Ausbildung oder Motivation. Die Maßnahmen haben gefruchtet: „Die Zahl der Ausbildungsabbrüche sind für die hohe Anzahl an Auszubildenden bei Meyer Technik sehr niedrig“, lobt Vensler die Anstrengung.

Generell wurden in den vergangen Jahren viele Veränderungen zur Verbesserung der Ausbildungsqualität vorgenommen. Es gibt Firmenfitness für alle Mitarbeiter, übertarifliche Bezahlung der Lehrlinge und betriebliche Altersvorsorge. „Sehr wichtig sind für uns auch die regelmäßigen Feedbackgespräche. Hier arbeiten wir mit Entwicklungsbögen, damit die Beurteilung für den Auszubildenden transparent ist“, so Bäcker.

Auszeichnung erhalten

Für Unternehmen, die ebenfalls in die Qualität ihrer Ausbildung investieren wollen, bietet die Handwerkskammer neben den genannten Seminaren einen Informationsordner zu dem Thema. Er enthält für jede Ausbildungsphase viele Tipps, Planungshinweise, Musterschreiben oder Bewertungsbögen. Auch die Firma Meyer Technik hat schon mit dem Ordner gearbeitet: „Wir haben ihn als große Checkliste gesehen: Was machen wir schon? Was können wir noch ergänzen? Außerdem waren vor allem die rechtlichen Hinweise für das Praktikum für uns interessant.“ Den Ordner kann man für 30 Euro bei der Handwerkskammer erwerben.

Für ihre Vielfalt bei der Herangehensweise an das Thema „Ausbildungsqualität“ wurde Meyer Technik im November mit dem zweiten Platz beim „Preis für innovative Ausbildung“(PIA) der Nordwest-Zeitung ausgezeichnet. 

Ihre Ansprechpartner zum Thema "Qualität in der Ausbildung":

Dipl.-Berufspädagoge Kai Vensler

Telefon 0441 232-283
Telefax 0441 232-55283
vensler@hwk-oldenburg.de